Vorhaben 2017

Vorhaben gefördert durch den Engagementfonds des Landes Sachsen-Anhalt

Seit 40 Jahren unterstützt die Kreisverkehrswacht Oschersleben im Landkreis Börde e.V. mit ihren Aktionen und Projekten die Verkehrsaufklärung aller Verkehrsteilnehmer. Im Verkehrsgarten Völpke oder mit dem Verkehrsmobil im ganzen Landkreis tragen Ihre Engagierten damit ganz praktisch zur Verkehrssicherheit bei.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Verkehrsaufklärung von Zugewanderten. Projekte wie „Integration mit Sicherheit“, „Verkehrszeichenkunde“ und „Fahrradprojekte zum sicheren Radfahren“ sowie offene Gesprächsrunden, in denen beispielsweise umsichtiges Verhalten im Verkehr besprochen wird, fördern das Sicherheitsgefühl der Zugewanderten. Mithilfe der mobilen Fahrradwerkstatt werden gemeinsam alte Räder wieder fahrtauglich gemacht.  

Mit ihrem Engagement unterstützen die Ehrenamtlichen ihre neuen Nachbarn ganz unmittelbar beim Ankommen im Wohnumfeld. Mögliche Ängste und Gefahren im alltäglichen Umgang im Straßenverkehr werden abgebaut und zeitgleich wird es den Zugewanderten durch die neu gewonnene Mobilität möglich, sich selbstständig in ihrem Umfeld zu bewegen.

In enger Zusammenarbeit mit der AG „Willkommenskultur“ in Oschersleben und anderen Initiativen werden die Bedarfe und Angebote abgestimmt und koordiniert.

Die Grundschule „Am Umfassungsweg“ im Stadtteil Neue Neustadt in Magdeburg trägt seit 2012 bereits den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Grundschüler aus 29 Nationen lernen hier täglich mit- und voneinander.

Initiiert durch den Schulförderverein wird seit Herbst 2015 ein Elterncafé angeboten. Das wöchentlich stattfindende Format bietet Raum, gerade auch die Alltagssorgen und Probleme der größeren Gruppe von Roma-Familien und ihrer Kinder, die die Grundschule besuchen, gemeinsam zu klären.

Während die Kinder mit ehrenamtlichen Studentinnen Lern-  und Spielenachmittage verbringen, können die Roma-Mütter in einer geschützten Umgebung besser Kontakt zu anderen Eltern oder Ansprechpartnern aufbauen. Auch Abläufe im hiesigen Schulalltag können besprochen werden, Lehrer*innen erhalten so auch Einblicke in kulturelle Unterschiede, die ihnen wiederum bei der täglichen Arbeit wertvolle Hilfe sein können.

Unterstützt wird dies durch eine Dolmetscherin, die zusätzlich ehrenamtlich ein Sprachcafé für die Frauen anbietet. Ihre Kinder helfen ihnen in Lerntandems nach besten Kräften – Aus Schülern werden Lehrer, eine ganz besondere Form von Engagement.

Das Elterncafé ist mittlerweile sehr gut etabliert und ein fester Anlaufpunkt weit über die Schultore hinaus. Mitarbeiter des Jobcenters, der Stadt oder auch der Polizei nutzen das Café zur Kontaktaufnahme. Absprachen und Probleme, die das Zusammenleben und die Integration im Stadtteil betreffen, werden hier erörtert. Auch die gute  Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen, dem Jugendclub und dem Stadtteilmanagement tragen weiter dazu bei.

Das „NetzwerkEngagiertesZeitz“ entstanden bereits 2016 aus dem Arbeitskreis Integration der Stadt Zeitz. Hier hatten sich Vertreter*innen aus Kommunen, Vereinen und Institutionen sowie engagierten Bürger*innen getroffen, um gemeinsam für eine Willkommenskultur einzutreten. Mit dem gegründeten Netzwerk wurde schließlich eine strukturierte Basis geschaffen, um sich untereinander auszutauschen, Herausforderungen gemeinsam zu begegnen, untereinander Kontakte zu vermitteln und ansprechbar sein zu können.
Neben dem kontinuierlichen Austausch zeigte das NetzwerkEngagiertesZeitz vor allem bei der Interkulturellen Woche im September 2018 Präsenz. Diese stand bundesweit unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ und bot von verschiedenen Filmvorführungen über Spielenachmittagen, Vorträgen und Workshops, bis hin zu Musik und Theateraufführungen ein buntes Programm für Zeitz. So zeigte unter anderem die Jugendtheatergruppe Karambolage ihre Performance „(GEM)EINSAM HOFFEN“ und konnten damit über Themen wie Anderssein und gesellschaftliche Anerkennung zum Nachdenken anregen. Auch die jüngere Altersgruppe bekam mit Hilfe des Films „Pinki und ihre Freunde“ die Möglichkeit, sich mit Themen wie Freundschaft, Miteinander und Toleranz zu beschäftigen. Hierzu gab es verschiedene Bastelaktionen, mit dem Ziel, dass sich die Kinder mit sich selbst und mit anderen auseinandersetzen.
Zum Jahresabschluss lud das NetzwerkEngagiertesZeitz im Rahmen einer Familienweihnachtsfeier rund 250 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien ein. Sie bekamen so die Möglichkeit, Menschen verschiedener Kulturen kennen zu lernen, miteinander zu spielen, zu lernen, zu basteln und neue Kontakte zu knüpfen.

Kontakt:
NetzwerkEngagiertesZeitz der Stadt Zeitz
Altmarkt 1
06712 Zeitz

Die Initiative „Laufen verbindet“ wurde Ende 2015 ins Leben gerufen, um eine offene Begegnungsmöglichkeit für Einwohner und Zugewanderte in Halle zu schaffen. Seitdem treffen sich sportbegeisterte Alt- und Neuhallenser bei Schnee, Regen und Sonnenschein zum wöchentlichen Lauf durch die Innenstadt und die Saaleauen.
Da die Gruppe allen Interessierten offen steht, laufen hier Kinder aus geflüchteten Familien gemeinsam mit passionierten Marathonläufern, Studenten mit Zugewanderten. Die Freude am Sport baut dabei eine erste Brücke zwischen den verschiedenen Teilnehmenden, die sich während des Laufens sowie beim anschließenden Zusammensitzen kennenlernen und in gemeinsamen Dialog und Austausch treten können.
Damit möglichst viele Interessierte die bis zu 20 km lange Strecke zusammen laufen können, organisieren und unterstützen die Engagierten von „Laufen verbindet“ die zugewanderten Familien in der Beschaffung funktionaler Sportbekleidung.
Die Laufgruppe wirkt aber weit über die sportlichen Aktivitäten hinaus. Durch den Kontakt zu anderen Sportvereinen wurde z.B. ein syrischer Schwimmlehrer weitervermittelt, der nun in Halle geflüchteten Kindern Schwimmen lehrt.

Treff:

Jeden Sonntag ab 15 Uhr

Vor dem Haupthaus der Franckeschen Stiftungen
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)

Der Verein eXchange e.V. betreibt einen Treffpunkt für Einheimische und Zugewanderte in der Innenstadt von Salzwedel. Ziel der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist es, einen dauerhaften und geschützten Begegnungsort für alle Einwohner Salzwedels zu schaffen, in dem sie sich treffen und austauschen können.

Hier wird, neben täglich offenen Sprachkursen für Geflüchtete, vor allem Unterstützung bei Behördengängen und Alltagsfragen angeboten. Der Treff wird von den Zugewanderten zunehmend auch als „eigener Ort“ wahrgenommen, den sie selbstbestimmt mitgestalten können. Durch gemeinsame Aktionen mit anderen Vereinen und Engagierten findet eine Öffnung und Einbindung in das nachbarschaftliche Umfeld statt.

Fester Bestandteil von Beginn an ist die Fahrradwerkstatt, in der Alteingesessene und neue Nachbarn gemeinsam Fahrräder reparieren oder gar aus Einzelteilen wiederaufbauen. Denn gerade in ländlichen Gegenden wie der Altmark ist Mobilität ein entscheidender Schlüssel zur Teilhabe. Außerdem bieten derartige praktische Vorhaben hervorragend Gelegenheit, Sprache und Kontakte beim gemeinsamen Tun zu fördern.

Kontakt:
eXchange e.V.
Altperverstr.7
Salzwedel

Seit über 2 Jahren bieten Ehrenamtliche der Freiwilligen-Agentur Altmark Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund an, anfangs in einer Gemeinschaftsunterkunft und seit 2016 im Stadtteilbüro „Stadtsee“. Hier wohnen viele zugewanderte Familien, deren Kindern so die Möglichkeit gegeben wird, Unterstützung bei ihren Schulaufgaben und Alltagssorgen in dem offenen Treff zu erhalten.
An drei Nachmittagen in der Woche treffen sich Kinder und Jugendliche, um unter ehrenamtlicher Anleitung Hausaufgaben zu erledigen, Lesen zu üben sowie spielerisch Rechnen und Schreiben zu lernen. In enger Abstimmung mit den Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen der Grundschulen „Juri Gagarin“ und „Am Stadtsee“ wurden bedarfsorientiert kleine Lerngruppen gebildet, um möglichst individuell alle Kinder fördern zu können.
Dank der Unterstützung bei Schulaufgaben und –abläufen, welche von Elternseite aufgrund fehlendem Wissens oder Sprachhürden in dieser Form nicht immer gewährleistet ist, fällt es den Kindern und Jugendlichen sichtbar leichter, ihre Chancen in unserem Schulsystem auch zu nutzen.
Durch den spielerischen Zugang mit Karten-, Gedulds- und Singspiele erfolgt das Erlernen der deutschen Sprache oft „ganz nebenbei“. Sprache und Bildung bleiben die wichtigsten Garanten für die gelingende Integration der Kinder und Jugendlichen in ihrem neuen Umfeld. Durch zusätzliche Angebote und Aktionen in den Ferien mit anderen Kindern aus dem Stadtteil schafft die Freiwilligen-Agentur zudem Möglichkeiten zum Austausch und die Einbeziehung in die Nachbarschaft.

Kontakt:
Freiwilligen-Agentur Altmark e.V.
Hallstr. 49
39576 Hansestadt Stendal

Das Begegnungszentrum Wittenberg West fördert das Zusammenleben und gegenseitige Hilfe zwischen den Generationen sowie Bildung und Gesundheitsvorsorge für Senioren und Kinder im Stadtteil Wittenberg West.
Der Nachbarschaftstreff ist dabei ein Ort der Begegnung zwischen Menschen unabhängig ihrer Herkunft. Ehrenamtlich aktive Sprachpat*innen sind bei der Integration von Zugewanderten aktiv, da die Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache meist der erste Ansatzpunkt ist, um die Toleranz zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern und das Zusammenleben noch besser zu gestalten.
So wird im Rahmen einer Patenschaft die deutsche Sprache erlernt und beim Besuch eines Integrationskurses auch Unterstützung bei den Hausaufgaben gegeben. Nach Abschluss der Deutschkurse kann beim wöchentlich stattfinden Angebot "Deutsch für Fortgeschrittene" in gemeinsamen Gesprächen die erlernte Sprache geübt werden.
Unter dem Motto "Tanz der Kulturen" organisieren und gestalten Geflüchtete gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Sprachpat*innen eine ganze Veranstaltungsreihe eigenständig mit. Über Tanz als verbindendes Element zwischen den Kulturen werden verschiedene Herkunftsländer vorgestellt. Gäste aus dem ganzen Stadtteil probieren sich daran aus, um anschließend gemeinsam zu tanzen. Und so wie Kultur verbindet, werden auch durch das gemeinsame Kochen und Essen landestypischer Gerichte Vorurteile und Ängste abgebaut.

Kontakt:
Nachbarschaftszentrum Wittenberg West e.V.
Birgit Maßny
Dessauer Straße 255
06886 Lutherstadt Wittenberg

Die Islamische Gemeinde Stendal e.V. ist ein Verein, der sich dafür engagiert, muslimische Flüchtlinge bei der Integration in Deutschland zu unterstützen. Dem Verein ist es besonders wichtig, soziale sowie sprachliche Kontakte herzustellen, damit die Zugewanderten lernen, sich besser in der deutschen Gesellschaft und Kultur zurecht zu finden und auch selbst einzubringen. Dabei konzentrieren sich die Vereinsmitglieder insbesondere auf die Unterstützung weiblicher Flüchtlinge, Kinder und Familien.
In ehrenamtlich organisierten Sprachwerkstätten lernen insbesondere die Zugewanderten, die nicht an staatlichen Sprachkursen teilnehmen, sich im Alltag besser zu verständigen, denn es werden vor allem Themenfelder des alltäglichen Lebens und Problemlagen der Zugewanderten behandelt. Außerdem geht es um den kulturellen Austausch, den die Islamische Gemeinde mit Rat und Tat begleitet.
Bei regelmäßigen Ausflügen wird den Zugewanderten ihr neues soziales Umfeld zugänglicher gemacht, wodurch ein Gefühl von Zusammenhalt und Sicherheit in der neuen kulturellen Umgebung gefördert wird.


Kontakt:
Islamische Gemeinde Stendal e.V.
Lucas-Cranach-Str. 9
39576 Stendal

Seit 2016 trägt die Neustadtsekundarschule in Weißenfels den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ als Zeichen dafür, dass sie sich aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus einsetzt.
Unter diesem Aspekt stand 2016 auch die Teilnahme einiger Schüler*innen an der Fairplay Soccer Tour. Das bundesweit größte Straßenfußballturnier ist als Integrations- und Präventionsprojekt angelegt.
Um bei der Fairplay Soccer Tour 2017 besser vorbereitet starten zu können, wurde durch das Engagement der Schüler*innen eine Fußball-AG gegründet. Die wöchentlich stattfindende AG hat neben der sportlichen Betätigung auch die Integration der Mitschüler*innen mit Migrationshintergrund bzw. Fluchterfahrung zum Ziel. Außerdem wurden Schüler*innen, die in der benachbarten Volkshochschule einen Deutschkurs besuchten, in das offen angelegte AG-Angebot einbezogen.
Als ein erster Höhepunkt fand im September 2016 ein Fußballturnier im Rahmen des deutsch-polnischen Schüleraustausches mit der polnischen Partnerschule statt. Insgesamt 70 Akteure (Schüler*innen, Austauschschüler*innen, Eltern und Lehrer*innen) verbrachten einen gemeinsamen Tag, bei dem die Stadt erkundet, beim Turnier gegeneinander Fußball gespielt und anschließend zusammen gegrillt wurde.

Kontakt:
Neustadtsekundarschule Weißenfels
Kristin Scharf (Schulsozialarbeiterin)
Novalisstraße 11
06667 Weißenfels

Für den Kurdisch-Deutschen Verein Sachsen-Anhalt e.V. steht die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt seines Wirkens. Er ist dabei vor allem für die in Sachsen-Anhalt lebenden Kurden Anlaufstelle, aber auch Hilfesuchenden anderer Nationalitäten stehen die Türen des Vereins jederzeit offen.
Um die kurdische Lebensweise erlebbar zu gestalten, organisiert der Verein regelmäßig Veranstaltungen. So fand beispielsweise im Juni 2017 das „Fest der Begegnung“ statt. Zusammen mit dem Thomas-Müntzer-Jugendclub und vielen weiteren Akteuren aus dem Wohnumfeld wurde so eine Möglichkeit des kulturellen Austauschs für alle in der Nachbarschaft lebenden Menschen geboten. Das ist auch die Idee hinter dem „Fest der Begegnung“: durch das persönliche Kennenlernen und gemeinsame Erleben Vorbehalte abbauen.
An der Planung und Durchführung waren zahlreiche Engagierte mit und ohne Migrationshintergrund beteiligt. So begeisterte zum Beispiel der Kinder- und Jugendzirkus „Raxli-Faxli“ mit verschiedenen Mitmach-Angeboten, die Freiwillige Feuerwehr lud zum Probelöschen ein und präsentierte ihre moderne Technik. Bastelmeile, Kinderschminken und eine Hüpfburg trugen zu einem bunten Treiben bei, wobei auch kulinarische und musikalische Beiträge aus aller Herren Länder nicht zu kurz kamen.


Kontakt:
Kurdsich-Deutscher Verein Sachsen-Anhalt e.V.
Ronald Walter
Kabelweg 32
06842 Dessau-Roßlau

Das Sozialzentrum Bode ist ein soziales Beratungs- und Betreuungszentrum, das Menschen in und um Thale in besonderen Lebenssituationen und sozialen Schwierigkeiten unterstützt.
Menschen mit Fluchterfahrung, die nach Thale kommen und hier ein neues Zuhause finden möchten, befinden sich vor allem zu Beginn in schwierigen sozialen Situationen. Sie benötigen vor allem Unterstützung bei der Überwindung von Sprachbarrieren und bürokratischen Hürden. Diese bekommen sie durch ehrenamtlich Engagierte, die sich im Sozialzentrum Bode einbringen. Zugewanderte bekommen von Beginn an einen festen Ansprechpartner, der mit Rat und Tat zur Seite steht.
Neben den alltäglichen Hilfsangeboten bietet das Sozialzentrum Bode auch verschiedene Veranstaltungen an, die Einheimische und Flüchtlinge einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich untereinander auszutauschen oder gemeinsam die Region um Thale zu erkunden. Hier kann jeder auch eigene Themen und Wünsche für Ausflugsziele einbringen.  

Kontakt:
Sozialzentrum Bode e.V.
Karl-Marx-Str. 3
06502 Thale


Das Deutsche Rote Kreuz ist weltweit eine der größten Hilfsorganisationen. Sie gewährt Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen unterschiedslos Hilfe.
Auch in der Region Magdeburg und im Jerichower Land ist das DRK mit einem Regionalverband aktiv. Im Auftrag des Landkreises betreut, berät und unterstützt das DRK auch Geflüchtete. Dabei wurde deutlich, dass Frauen und Mädchen besondere Unterstützung bedürfen, da sie sich oft in einem Spannungsfeld zwischen alltäglicher Lebensbewältigung und sozialer Integration in die für sie neue Gesellschaft befinden.
An diesem Punkt setzt der DRK Regionalverband an. Bereits im Oktober 2016 wurde ein Frauentreff ins Leben gerufen. In einer Wohnung, die vom Landkreis zur Verfügung gestellt wird, können sich Mädchen und Frauen mit und ohne Migrationshintergrund treffen. Der Treff dient neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch dem Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen und Wertesysteme. Die Mädchen und Frauen sind unter sich, können sich untereinander austauschen und bauen so soziale Kontakte auf. Gemeinsame Koch-, Tanz- und Bastelkurse dienen dem Kulturverständnis, aber auch der Stärkung des Körpergefühls und dem Abbau von alltagsbedingtem Stress. Die Mädchen und Frauen erfahren durch den Frauentreff vor allem Hilfe zur Selbsthilfe, aber auch eine Stärkung des Selbstwertgefühls.
Damit die Frauen diese Zeit im Frauentreff auch effektiv nutzen können, werden Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe angeboten.

Kontakt:
DRK Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e.V.
In der Alten Kaserne 13
39288 Burg


Der offene Tandemsprachtreff Arabisch-Deutsch in Aschersleben entstand 2016 aus dem Interesse, die jeweils fremde Sprache zu lernen. Durch die Teilnahme an einem Sprachkurs für Arabisch an der Kreisvolkshochschule wurden Kontakte geknüpft zu arabischen Muttersprachler*innen, die dort einen Deutschkurs besuchten.
Der Tandemsprachkurs bietet die Möglichkeit, das Lernen der Sprachen abseits eines Sprachkurses fortzuführen. Hierfür stellt die Stadt Aschersleben kostenfrei einen Raum zur Verfügung, in dem sich die Gruppe, zu der mittlerweile 40 Teilnehmende gehören, einmal in der Woche treffen kann.
Neben der Sprache spielt für die Teilnehmenden auch die Kultur und das alltägliche Leben der Menschen eine wichtige Rolle. So wurde bereits gemeinsam gekocht und sich über Land und Leute ausgetauscht. Gemeinsame Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung, zu denen alle auch ihre Kinder mitbrachten,  ließen mit der Zeit alle viel näher zusammenrücken. Aus dem allgemeinen Interesse an Sprache sind im Laufe der Zeit so letztlich Freundschaften entstanden.

Kontakt:
Stadt Aschersleben
Ausländerbeauftragte/ Tandemsprachtreff Arabisch-Deutsch
Markt 1
06449 Aschersleben

Eigentliches Ziel des Vereins ist es, Menschen mit Behinderungen in die Lage zu versetzen, ihren Alltag besser bewältigen zu können. Durch die jahrelangen Erfahrungen und Kenntnisse der Mitglieder und Unterstützer wird diesen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ermöglicht.
Das Engagement des Vereins hat seinen Blick in den letzten Jahren hinsichtlich seiner Zielgruppe erweitert. Nicht mehr ausschließlich an Menschen mit Behinderungen richtet sich das Vereinsmotto „Menschen helfen Menschen“, sondern vielmehr sollen alle Mitmenschen, die Hilfe benötigen, unterstützt werden. Vor diesem Hintergrund wurden auch Menschen mit Migrationshintergrund in die Vereinsausrichtung einbezogen. So möchte der Verein unabhängig von einem Aufenthaltsstatus die Integration fördern, interkulturelle Barrieren abbauen und gegenseitige Toleranz in der Gesellschaft ermöglichen.
Mit einem „Garten der Begegnung“ konnte eine wichtige Vorrausetzung für die Integration von Zugewanderten als eine Form der Nachbarschaftshilfe geschaffen werden. Mit dem „Garten der Begegnung“ werden aber nicht nur Zugewanderte zur Mithilfe motiviert, es können zudem auch regelmäßige Integrationstreffen mit Zugewanderten, freiwilligen Engagierten aus dem Verein sowie Bürger*innen aus der Nachbarschaft stattfinden.
Am 18. August 2017 lud der VBU e.V. zu einem "Tag der Begegnungen" ein. Gekommen waren Menschen, die durch den Verein Unterstützung erfahren hatten, Vereinsmitglieder, ehrenamtliche Helfer*innen, Bürger*innen aus der Nachbarschaft sowie deren Familien.
Bei Musik und Unterhaltung trafen sich alte Bekannte, aber auch neue Kontakte wurden geknüpft. In lockerer Atmosphäre konnte so der Verein sein Arbeiten und Wirken interessierten Bürger*innen vorstellen.

Kontakt:
VBU e.V. – Verein Barriereloses Umfeld
Liebknechtstr. 71
39110 Magdeburg

Das Diakonissen-Mutterhaus „Neuvandsburg“ ist das Zuhause der Elbingeröder Schwesternschaft sowie ein lebendiges Zentrum für evangelische Diakonie und Mission. Als Mitglied des Deutschen Diakonie-Verbands geht es den im Mutterhaus lebenden Schwestern unter anderem um die Verbindung von Glaube und Nächstenliebe.
Aus dem Gedanken der Nächstenliebe heraus entstand auch die Unterstützung bei Deutschkursen, Alltagshilfe und Kinderbetreuung für Menschen mit Fluchterfahrung. So lernten die Diakonissinnen verschiedene afghanische Familien kennen. Von ihnen sind im Laufe der Zeit einige aus der Gemeinschaftsunterkunft in eigene Wohnungen gezogen. Da auch hier Unterstützung von Nöten war, blieb der Kontakt zum Mutterhaus weiterhin bestehen.
Den Schwestern aus Elbingerode war es eine Herzensangelegenheit, den Familien und vor allem den Kindern ein Leben abseits von sozialen Problemen und alltäglichen Herausforderungen zu zeigen. Deshalb wurde eine Einladung ins Mutterhaus zu einem gemeinsamen Sommeraustausch ausgesprochen. So konnte der nahegelegene Harz und damit die neue Heimat erkundet, ein geselliges Miteinander gelebt und Freundschaften geknüpft werden.

Kontakt:
Diakonissen-Mutterhaus „Neuvandsburg“
Unter den Birken 01
38875 Oberharz am Brocken, OT Elbingerode

Der Verein „Lebendige Steine“ arbeitet als freier Träger der Jugendhilfe in einer ehemaligen Kindergrippe im Stendaler Stadtteil Stadtsee. Ein Wohnviertel, das seit einigen Jahren durch viele soziale Problemlagen geprägt ist und sich neben hohem Leerstand auch neuen Herausforderungen durch die Unterbringung anerkannter Asylbewerber*innen stellt.
An diesem Punkt setzt der Verein aktiv an und verfolgt mit seiner Arbeit auch das Ziel, Vorurteile und Grenzen in den Köpfen abzubauen und durch gemeinsame Aktivitäten ein gutes Miteinander zu schaffen.
Mit dem Projekt „Willkommen in Stadtsee II“ will der Verein dazu beitragen, dass sich Menschen aus verschiedenen Nationen im Stadtviertel ein lebenswertes Zuhause schaffen. Es soll eine nachbarschaftliche Gemeinschaft entstehen und Freundschaften geknüpft werden. Der im Verein verankerte „KidsClub“ bietet auch Kindern mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, Spielgeräte nach Herzenslust zu nutzen. Aber auch malen und basteln können sie hier ausgiebig.
Über ihre Kinder kommen auch die Eltern mit dem Verein in näheren Kontakt. Gemeinsame Aktionen wie Kochen und Backen erleichtern auch ihnen das Ankommen in der neuen Heimat und das Erlernen der deutschen Sprache. Damit sind diese wöchentlich stattfindenden Treffen wichtige Bausteine für gelingende Integration in Stadtsee.

Kontakt:
Lebendige Steine e.V.
Heinrich-Zille-Str. 5
39576 Stendal

Die Arbeiterwohlfahrt Wittenberg als sozialpolitisch engagierter Mitgliederverband beschäftigt derzeit rund 250 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese werden bei ihrer Arbeit in den ca. 40 Einrichtungen und Diensten des Verbandes von zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen unterstützt.
Die Aufgaben der AWO Wittenberg erstrecken sich auf nahezu alle Bereiche des sozialen Lebens: Kinderbetreuung und -förderung, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Pflege und Betreuung, Schwangerenberatung sowie Beratung und Hilfe für Menschen mit Migrationshintergrund u. a.
Da sich neben vielen Flüchtlingshelfer*innen bei der AWO auch viele Interessierte an den Verband wenden, wurde vom Kreisverband eine Netzwerkstelle für das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe gegründet, um eine Struktur zu schaffen, die schnelle Zugänge zu Unterstützungsmöglichkeiten aufzeigt. Damit fungiert die Netzwerkstelle als Schnittstelle zwischen Ehrenamtlichen und neu Zugewanderten, eine gezielte Vermittlung und bedarfsorientierte Beratung kann so sichergestellt werden.
Daneben ermöglicht die Netzwerkstelle aber auch ganz direkt das ehrenamtliche Engagement für Menschen mit Fluchterfahrung bzw. Migrationshintergrund. So werden regelmäßige Begegnungs- und Sprachtreffs, Frauen-Cafés, Alltagshilfe-Kurse und Begegnungsformate für Jugendliche organisiert.

Kontakt:
Arbeiterwohlfahrt KV Wittenberg e.V.
Marstallstr. 13
06886 Wittenberg

Der Förderverein der Sekundarschule "Wladimir Komarow" in Stendal bringt sich seit Jahren ideell aber auch finanziell zur Unterstützung der Schüler*innen aktiv mit ein.
Neben der Mitwirkung bei Schulfesten, Förderung der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erzieher*innen und dem Lehrerkollegium sowie der Unterstützung bei der Verbesserung der Lernbedingungen der Schüler*innen engagiert sich der Förderverein auch im Bereich Integration. Zu Beginn des Jahres 2017 wiesen ca. 75 % der Schüler*innen einen Migrationshintergrund auf. Da das Eingewöhnen oft nicht einfach ist, bemüht sich der Förderverein, das Ankommen in der neuen Heimat und den Schulalltag für diese Kinder zu erleichtern.
Bisher gab es in der Schule keinen Ort, an dem sich die Schüler*innen außerhalb der Unterrichtszeiten treffen konnten. Nun wurde im Laufe des Schuljahres gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen eine Wohlfühlecke aus Euro-Paletten gebaut. Die farbliche Gestaltung der Sitzecke sowie die der Wände übernahmen dabei die Schüler*innen selbst. Damit wurde eine Plauderecke für alle Kinder und Jugendliche geschaffen, wo man sich trifft, gemeinsam spielt, lernt und sich über Erlebtes austauscht.
Ein weiterer Ansatz, mit dem der Förderverein die Integration an der Schule vorantreiben möchte, sind gemeinsame Ausflüge. Bei diesen sollen Stendal als neue Heimatstadt, aber auch Berlin und Leipzig als wichtige Orte der deutschen Geschichte besucht werden. Die Erfahrungen, die der Förderverein in den letzten Jahren sammeln konnte, zeigen, dass diese gemeinsamen Erlebnisse helfen, Vorurteile und Sprachbarrieren abzubauen.

Kontakt:
Förderverein der Sekundarschule "Wladimir Komarow"
Stadtseeallee 95
39576 Stendal

Die Stelle der Integrationskoordinierung in Dessau-Roßlau wurde geschaffen, um die Integration von Personen mit Migrationshintergrund weiter voranzutreiben. Sie ist zentraler Ansprech- und Kommunikationspartner in Integrationsfragen für kommunale, staatliche und private Stellen.
In der täglichen Praxis der Integrationsarbeit zeigte sich, dass junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund vor allem durch sportpädagogische Angebote erreicht werden. Das Fairplaysoccercamp ist ein solches Angebot, denn hier werden die Kinder und Jugendlichen zur aktiven Beteiligung motiviert.
Bei dem zweitägigen Sportevent wird ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Grenzen auszutesten, Regeln akzeptieren zu lernen und Fairness zu praktizieren. Denn mit dem Fußballcamp werden nicht nur sportliche Ziele verfolgt, sondern durch ergänzende Workshops und pädagogische Konzepte werden auch Werte wie Respekt und Toleranz vermittelt. Hierzu entwickeln die Teilnehmenden eine eigene Fair-Play-Charta, an die sich alle Teilnehmenden halten sollten.
Die Planung und Durchführung des Camps übernehmen verschiedene Akteure aus Dessau-Roßlau. Dadurch fördert dieses Gemeinschaftsprojekt die lokale Vernetzung und fördert die kulturelle Öffnung der beteiligten Personen und Organisationen.

Kontakt:
Integrationsbüro der Stadt Dessau-Roßlau
Zerbster Straße 4
06844 Dessau-Roßlau

Die AG Willkommenskultur Oschersleben ist bereits seit Sommer 2015 als ehrenamtliche Initiativen im Bereich Organisation, Hilfe, Unterstützung und Integration von Migrant*innen und auch im Bereich der Sensibilisierung aktiv.
Die Mitwirkenden halten es trotz schwindender „Aktualität“ im Bewusstsein der Öffentlichkeit für wichtig, sich weiterhin und zukünftig den Problemen und Aufgaben rund um die Integration zu stellen, Hilfestellung zu leisten und durch Veranstaltungen ein gemeinsames Miteinander zu stärken und zu normalisieren.
Die AG Willkommenskultur Oschersleben hat neben den alltäglichen Aufgaben wie Begleitung zu Arztterminen, Beratungen zum deutschen Schulsystem oder zur Wohnungssuche einen kontinuierlichen Treffpunkt etablieren können. Das Café International bietet jede Woche die Möglichkeit, dass Menschen mit Migrationsgeschichte oder Fluchterfahrungen sowie Einheimische jeden Alters und Geschlechts miteinander ins Gespräch kommen, oder alltägliche Themen wie richtiges Lüften und die deutsche Mülltrennung in kurzen Referaten vermittelt werden können.
Eine Kinderecke mit Spielzeug, Tischtennisplatte und Kicker sowie ein Außenbereich mit Klettergerüst und Sandkasten sorgen dafür, dass auch bei den Kindern und Jugendlichen keine Langeweile aufkommt.

Kontakt:
AG Willkommenskultur Oschersleben
39387 Oschersleben

LAGFA Sachsen-Anhalt e.V.

Rathausstraße 13

06108 Halle (Saale)

Fax 0345 22 60 44 38

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